Gotischer Brunnen

Betritt der Besucher die Eingangshalle des Klosters, empfängt ihn das leise Murmeln des Wassers, das sich seit mehr als sechs Jahrhunderten in die bronzene Schale des gotischen Brunnens ergießt. Er zählt zu den vielen sehenswerten „Zeitzeugen“, die die Geschichte des Klosters auch heute noch erlebbar machen. Wir möchten Ihnen einen ersten ausschnitthaften Blick in die „Schatzkammer“ des Klosters gewähren. Um ein Vielfaches vollständiger und eindrucksvoller ist jedoch immer ein Besuch!

Kreuzgang und Buntglasfenster

In den Kreuzgangflügeln finden sich die ältesten Glasmalereien des Klosters aus dem frühen 15. Jahrhundert. Unter ihnen auch Fragmente der heiligen Scholastica, die als Schwester des heiligen Benedikt und Gründerin des Frauenordens für den benediktinischen Frauenkonvent ein großes Vorbild war.

Sommerremter

Der Sommerremter, einst 1482 als neuer Küchenbau errichtet, bietet heute Raum für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen. Seit seiner Restaurierung in den 1980er Jahren zeigt er sich mit seinem markant bemalten Balkenwerk wieder in seiner ursprünglichen Gestalt.

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Textilmuseum

Kapitelsaal

Der Kapitelsaal diente der klösterlichen Gemeinschaft als zentraler Versammlungsort. Einzigartig ist die vollständige Galerie der Portraits evangelischer Klostervorsteherinnen ab 1580 bis heute. Wie in früherer Zeit schmücken der prachtvolle Äbtissinnen-Thron, ein Meisterwerk seiner Zeit, und das Krönungsporträt Georgs II., Kurfürst von Hannover, König von Großbritannien und Irland, diesen Raum. 1729 beehrte der König den Konvent mit seinem Besuch.

„Die Beweinung Christi“ von Lucas Cranach d. Ä.

Die Darstellung der Beweinung Christi entstammt der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. und trägt neben der Signatur des Meisters die Jahreszahl 1538. Unter die biblischen Figuren um den leblosen Körper Christi, hat sich auch der Maler selbst eingereiht: als alter Mann mit weißem Bart und der Dornenkrone in der Hand.

„Sarggang“ und „Uhlenflucht“

Die lange Flucht des westlichen Schlafhauses erhielt aufgrund seiner trapezförmigen Deckenkonstruktion den Beinamen „Sarggang“. Im anschließenden südlichen Schlafhaus, der sog. „Uhlenflucht“, öffnen sich gleichermaßen die karg eingerichteten früh entstandenen Zellen wie auch diejenigen der sinnenfrohen Zeit des Barock mit reichen Wand- und Deckenbemalungen.

Textilkunst und Prozessionsfahnen

Eine bedeutende Sammlung sakraler Textilien aus sieben Jahrhunderten, die sich am Ort ihrer Entstehung erhalten hat, befindet sich im Klostermuseum. Zu den ältesten der ausgestellten Objekte gehören gestickte Altar-und Fastentücher aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Beeindruckend sind ebenfalls die großformatigen, farbigen Bildteppiche und Banklaken, gestickt um 1500. Auch die einzigartigen Prozessionsfahnen in Temperamalerei aus den Jahren um 1410 werden hier gezeigt.